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Rukha Wolfsherz

Orc Female
Not affiliated with an Alliance
Orc Female Character Portrait

Rukha Wolfsherz wurde dort geboren, wo der Dschungel nie schläft.

Zwischen den wurzelnden Säulen uralter Bäume und dem ewigen Brummen der Insekten zog ihr Clan durch grünes Dunkel, von Regen gejagt und von Nebel versteckt. Die Alten sagten, der Dschungel sei ein lebendiges Maul: Wer zu laut atmet, wird verschluckt. Wer zu stolz auftritt, wird gestürzt. Rukha lernte früh, leise zu sein – nicht aus Angst, sondern aus Respekt.

Als sie noch klein war, kam die Nacht der Schreie. Jäger fremder Banner drangen ins Lager, Feuer fraß sich durch die Hütten, und die Luft schmeckte nach Harz und Blut. Rukha rannte, stolperte, fiel – und wäre dort im Schlamm geblieben, hätte nicht ein Rudel Dschungelwölfe sie umkreist. Augen wie Glut im Blattwerk, Nüstern dicht über ihrem Gesicht. Sie wartete auf Zähne.

Doch statt Biss kam Stille.

Der Leitwolf trat näher, schnupperte, und stieß sie mit der Schnauze an, als wolle er sagen: Steh auf. In dieser Nacht folgte Rukha dem Rudel – nicht als Beute, sondern als Schatten unter Schatten. Sie trank aus denselben Pfützen, schlief im Schutz der Dornen und lernte die Regeln, die kein Ork ihr je beigebracht hätte: Lauf nie gegen den Wind. Blick nie zu lange in die Augen. Zeig keine Schwäche, aber auch keine Gier.

Die Wölfe machten sie nicht zahm. Sie machten sie wach.

Jahre später kehrte sie zurück – nicht als Kind, sondern als Jägerin. Der Dschungel hatte ihren Schritt verändert: weich wie Moos, schnell wie der Blitz zwischen Lianen. Am Gürtel trug sie keine glänzenden Trophäen, sondern schlichte Knoten aus Knochen und Holz. Jede stand für einen überstandenen Sturm, für eine Nacht ohne Feuer, für eine Entscheidung, die sie am Leben hielt.

Ihr Clan erkannte sie kaum. Manche flüsterten, sie sei verflucht, weil sie mit Tieren ging. Andere spuckten aus Angst, denn sie sahen etwas in ihren Augen, das nicht gebrochen worden war. Als die Häuptlinge sie prüften, legte Rukha nur ihre Hand auf die Erde.

„Der Dschungel hat mich großgezogen“, sagte sie. „Und er nimmt sich, was er will. Aber er schützt, was er erkennt.“

Da brach erneut Unheil über sie herein: Eine fremde Truppe schlug Lager am Fluss auf, Holzfäller, Plünderer, Söldner – egal, wie sie sich nannten, sie rochen nach Rauch und Habgier. Der Clan wollte mit Axt und Schrei losstürmen. Rukha schüttelte den Kopf.

„Im Dschungel gewinnt nicht, wer lauter ist“, sagte sie. „Sondern wer bleibt, wenn der Lärm vorbei ist.“

In der folgenden Nacht bewegten sich Schatten. Fallen aus gespannten Ranken, Gruben unter Blattdecken, Stacheln aus gehärtetem Bambus. Kein Heldentum, nur Handwerk. Wenn ein Söldner verschwand, war es, als hätte der Dschungel ihn verschluckt. Am Morgen fanden sie verlassene Wagen, verstummte Feuerstellen und die Abdrücke von Pfoten zwischen Stiefelspuren.

Als der letzte Anführer fliehen wollte, trat Rukha aus dem Grün – nicht brüllend, nicht triumphierend. Sie stand einfach da, Speer in der Hand, und hinter ihr im Halbdunkel der Bäume glimmten Augen: ein Rudel, lautlos, bereit.

Der Mann hob seine Waffe, doch seine Hand zitterte. Rukha senkte den Speer nicht.

„Geh“, sagte sie. „Und erzähl ihnen, was du gesehen hast. Sag ihnen: Dieser Wald hat Zähne.“

Der Clan begann, ihren Namen anders auszusprechen. Nicht mehr wie ein Gerücht, sondern wie ein Versprechen. Rukha Wolfsherz – weil sie nicht nur den Mut eines Wolfs trug, sondern auch seine Treue. Und weil sie wusste, dass Stärke manchmal bedeutet, den Moment zu wählen, in dem man zuschlägt.

Seitdem hört man im Dschungel manchmal ein fernes Heulen, wenn der Regen fällt. Und wer dort reist, lernt schnell: Manche Wege gehören nicht den Menschen. Manche gehören dem Grün. Und manche… gehören Rukha.

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